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GMUNDER STRASSE QUARTIERENTWICKLUNG

IDEEN- UND REALISIERUNGSWETTBEWERB / NEUBAU EINES WOHNQUARTIERS MIT LÄDEN UND KITA

Bauort:

München-Obersendling

Leistungsphasen:

Geladener Wettbewerb

Landschaftsarchitekt:

BL9

Wohnfläche:

37.100 m²

Visualisierungen:

p.k Architekten

Planungszeit:

2017

Aufgabenstellung:

Der 21.000 m² große, ehemalige Siemens-Parkplatz an der Kreuzung Hofmannstr. / Gmunder Str. soll zu einem qualitativ hochwertigen Wohngebiet umgeplant werden. Ziel der Neuplanung ist die Stärkung des bestehenden Stadtquartiers als attraktiver Wohnstandort, bestehend aus kleinräumiger Nutzmischung, sowie ergänzender Nichwohnnutzung im EG.

 

Entwurfsbeschreibung:

Mit ca. 39.800 m² BGF wird eine Baumasse abgebildet, die an der Obergrenze der geforderten Dichte liegt. Die Riegel an der Gmunder- und der Hofmannstraße haben eine sehr wirtschaftliche, aber akzeptable Gebäudetiefe und eine optimierte Anzahl von  Erschließungstreppenhäusern. Um für möglichst viele Bewohner eine Sichtverbindung zu den Grünflächen gewährleisten zu können, wählten wir zwei Vierer-Gruppierungen aus 8-geschossigen Punkthäusern. Diese wurden um eine Gemeinschaftsfläche gruppiert und zueinander versetzt, wodurch die Strenge der Bebauung aufgebrochen und interessante Durchblicke erzeugt werden. Die klare, sich nach oben verjüngende Tragstruktur der Punkthäuser ist gut ablesbar und wird zum verbindenden Element. Dadurch findet die belebte Fassade, die durch die Variabilität der Grundrisse eine angenehme Vielfalt bildet, einen ruhigen Gegenpol. Bei den Gebäuderiegeln an der Gmunder- und Hofmannstraße werden die Loggien weitestgehend in Gruppen zusammengefasst um die Fassade urban und nicht zu kleinteilig erscheinen zu lassen. Als übergeordnetes Thema werden generell großformatige, 2-geschossige Gliederungs-elemente eingesetzt. Zwei Kindertagesstätten wurden im Gebäuderiegel zur Hofmannstr. auf zwei Etagen untergebracht, da hier von der Ausrichtung der Gruppenräume und Freiflächen die optimale Lage gesehen wird. EOF-Wohnungen wurden im westlichen Riegel zur Hofmannstr., sowie dem westlichen Teilabschnitt der Gmunder Str. realteilbar nachgewiesen. Die beiden autarken Tiefgaragen verlaufen komplett orthogonal zu den aufgehenden Gebäuden und können bei Bedarf gekoppelt werden.

 

Freiflächenplanung:

Der städtebauliche  Entwurf schafft im Freiraum - insbesondere hinsichtlich Privatheit und Offenheit - vielfältig bespielbare Teilbereiche und stellt zugleich unterschiedliche Anforderungen an die Nutzungsstruktur. Das Freiraumkonzept webt die unterschiedlichen Bereiche räumlich und gestalterisch als ein Ganzes zusammen, um die Großzügigkeit des Areals zu erhalten und einen identitätsstiftenden Freiraum für die Anwohner zu schaffen.  Im nördlichen Bereich  entsteht ein öffentlicher Park mit vielen Sitzmöglichkeiten in sonnigen und baumüberstandenen Flächen, sowie einer frei bespielbaren, großzügigen Rasenfläche.  Durch die einfache aber prägnante Form der das Areal durchlaufenden Sitzkanten wird der Grünzug in das neue Gebiet hinein erweitert und verbindet sich mit dem neuen Park.

Gliederndes und verbindendes Element der Freifläche stellen lange in versetzten Linien angeordnete Sitzmauern dar, die jeweils einen Höhensprung von knapp 50 cm im Gelände erzeugen. Die gegenüber dem Erdgeschoß abgesenkten Flächen schaffen an den Punkthäusern ein Hochparterre, das zusammen mit der Distanz zu Wegen und intensiven Nutzungen einen Verzicht auf eine Privatzone möglich macht. Der Verlauf der Mauern verbindet die  Freiflächen über die öffentliche Nord-Süd-Verbindung hinweg und leitet von dort aus in die Wohnhöfe und zu den Eingängen. Die Form der Mauern nimmt die Drehung der Punkthäuser auf.

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